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Unsere Beziehungen zu unserem Umfeld, sind immer ein Spiegel unserer Beziehung zu uns selbst. Wer sich selbst wertschätzend führen kann, hat es nicht nur als Führungskraft, sondern generell im zwischenmenschlichen Kontakt deutlich leichter.

Die Art und Weise wie wir unsere Beziehungen zu unseren Mitmenschen wahrnehmen, kann als Wegweiser fungieren, die eigene Persönlichkeit weiterzuentwickeln und somit den Alltag im zwischenmenschlichen Bereich aber auch den Umgang mit sich selbst zu erleichtern.

 

Schwerpunkte dieses Workshop-Themas

 

Reflexion der eigenen Persönlichkeit (Bestandsaufnahme)

  • Identifizieren von Verhaltens- und Gedankenmustern, Glaubenssätzen, Erwartungen und Vorstellungen in der Interaktion mit unserem Umfeld
  • Identifizieren von Verhaltens- und Gedankenmustern, Glaubenssätzen, Erwartungen und Vorstellungen im Umgang mit sich selbst
  • Identifizieren von Parallelen und Mustern

Definition des Soll-Zustandes hinsichtlich der Interaktion mit anderen und mit sich selbst (Soll/Ist Vergleich)

  • Definition von Zielen und gewünschten Verhaltensweisen
  • Reflexion von Potentialen und Ressourcen die dabei hilfreich sein könnten

Erarbeiten von persönlichen, individuellen Strategien um die gewünschten Veränderungen einzuleiten 

  • Ableiten von Verhaltens- und Denkmustern
  • Erarbeiten von Übungen zur Integration im Alltag

Erarbeiten von Wahrnehmungs- und Bewusstseinsübungen zur Verfestigung (Controlling)

 

Sehr gerne erstelle ich Unternehmen ein individuelles und auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter angepasstes Konzept.

Ich freue mich auf deine Anfrage.

Am Nachbartisch sitzt ein älteres Ehepaar. Halb aus Neugierde, halb wird es mir aufgedrängt, kann ich dem Gespräch der beiden folgen.

Sie: Hermann, jetzt fliegen wir schon seit 20 Jahren jedes Jahr hier nach Arta auf Mallorca.
Er: Ja.
Sie: Und seit 20 Jahren frühstücken wir hier in diesem Café.
Er: Ja.
Sie: Und seit fast 20 Jahren arbeitet hier diese eine Kellnerin.
Er: Ja, stimmt.
Sie: Meinst du nach fast 20 Jahren spricht die auch nur ein Wort Deutsch?

Puh!

Das ist mal eine Sichtweise! Die alte Dame hatte recht. Die Kellnerin sprach kein Wort Deutsch.

Es ist erstaunlich zu erleben, wie unterschiedlich wir Menschen, ein und dieselbe Situation wahrnehmen. Man kann die Aussage gut oder schlecht finden oder sie einfach nur so stehen lassen. Schmunzeln, musste ich in jedem Fall.

So skurril die Situation auch war, eines macht sie deutlich.

Es gibt keine universelle Wirklichkeit. Jeder von uns lebt in seiner eigenen Welt. Mit eigenen Gedanken, Gefühlen, Wertvorstellungen, Beobachtungen und eigenen Schlussfolgerungen.

Manch einem mag das befremdlich vorkommen. Wir alle versuchen schließlich mehr oder weniger, besser oder schlechter unsere gesellschaftlichen Werte und Normen zu leben. Manche Dinge macht MAN eben nicht, andere sind ein MUSS und manches gehört sich einfach nicht!

Ist das wirklich so?

Führen diese angenommenen Verhaltensnormen nicht viel eher dazu, dass wir pausenlos andere Menschen (und auch uns selbst) be- oder verurteilen? Erzeugen wir dadurch nicht Spannungsfelder, die kein Mensch braucht? Mein erster Gedanke über die Dame aus dem Cafe in Arta war abfällig.

Aber wie viele Meter bin ich in ihren Schuhen gelaufen? Wie oft habe ich die Welt durch ihre Augen betrachtet?

Wir gehen gemeinsam ins Kino, ins Stadion oder ins Restaurant. Obwohl wir nebeneinander sitzen, das gleiche Spiel sehen, das gleiche Gericht essen, schaut jeder seinen eigenen Film.

Wenn wir verstehen, dass jeder Mensch aufgrund seiner Sozialisierung und Genetik einzigartig ist, Situationen individuell erlebt, mit seinen Erfahrungen und Werten abgleicht und entsprechend seiner subjektiven Wahrnehmung einordnet, dann fällt es uns deutlich leichter verschiedene Standpunkte und Handlungen zu respektieren.

Verschiedene Meinungen dürfen plötzlich nebeneinanderstehen. Sind wir uns dessen bewusst, empfinden wir sie als Bereicherung.

Je häufiger und deutlicher wir uns das erleben, desto leichter wird es uns fallen die Meinungen und Standpunkte anderer Menschen zu akzeptieren. Auch das eigene Denken, Fühlen, Handeln oder Unterlassen braucht nun keine Rechtfertigung mehr. Auch nicht von oder vor uns.

Jeder von uns lebt in seiner Welt. Du in deiner, ich in meiner.

 

 

Manchmal gibt es Momente, da ist man froh, den eigenen Namen zu kennen. Alles scheint sich zu einem riesigen Chaos entwickelt zu haben. Die einfachsten Entscheidungen bereiten Kopfschmerzen. Je länger man darüber grübelt, desto schneller dreht sich das Karussell.

Sucht man Rat, erntet man Kopfschütteln. Man hat ständig das Gefühl, missverstanden zu werden. Warum können die anderen mein Dilemma nicht verstehen? Fehlt es ihnen an Empathie? Wieso muss ich ständig geraderücken, was ich eigentlich sagen wollte?

Als ich vor Jahren zu einer Frau sagte: „Nein, das wollte ich damit gar nicht sagen“, bekam ich eine sehr deutliche und mich bis heute prägende Antwort: „Michael, dann drück dich klarer aus und wähle deine Worte mit Bedacht!“

Zunächst fühlte ich mich ob der recht schroffen Art und des direkten Tons persönlich angegriffen. Schließlich bekommt man selten so deutliche und ehrliche Worte zu hören. Wenig später wurde mir bewusst, wie recht sie hatte, und, dass sie mir durch die Deutlichkeit ihrer Worte in diesem Moment den Schlüssel zur Klarheit schenkte.

An diesem Tag habe ich mir selbst versprochen: Ich sage, was ich denke und fühle. Ich tue, was ich sage.

Ich habe mir vorgenommen das Wörtchen JEIN aus meinem Wortschatz zu streichen. Ironie, Doppeldeutigkeiten und Hintertürchen jeder Art erzeugen nur eins: Unklarheit. Also weg damit.

Es ist verblüffend zu sehen wie schnell und wirkungsvoll das funktioniert. Nicht nur in meinem Innenleben herrscht seitdem deutlich mehr Ruhe und Klarheit. Auch in meinen Beziehungen im Außen, mit Freunden, im Berufsleben bewirken klare Aussagen klare Antworten. Ich frage mich deutlich seltener, wie hat er das jetzt gemeint. Und wenn doch, dann frage ich ganz direkt: Wie hast du das gemeint?

Probiere es mal aus, du wirst dich wundern, wie einfach das Leben durch klare Sprache werden kann.

Schäm dich! Oder besser nicht?

Wie oft habe ich das schon gehört? Oft. Entweder an mich gerichtet oder an andere.

Schäm dich! Wie oft habe ich das über andere oder mich selbst gedacht? Noch öfter.

Und wie oft habe ich Worte nicht ausgesprochen, die mir auf der Zunge lagen oder Dinge nicht getan, auf die ich Lust hatte, um mich nicht zu blamieren oder mich nicht vor mir selbst zu schämen? Noch viel öfter.

Kennst du das Gefühl, beim Tanzen auf einer Party beobachtet zu werden? Das Gefühl, dich im wahrsten Sinn des Wortes nicht frei bewegen zu können? Warum macht es dir Spaß unter der Dusche zu singen, aber wenn einer zuhört, bist du offiziell heiser?

Wie frei sind wir wirklich, wenn wir Dinge nicht aussprechen oder tun, die uns am Herzen liegen? Wie oft bemerkst du, dass dein Gesprächspartner nicht versteht, was du ihm sagen willst, er sich aber nicht traut nachzufragen?

Was macht das wohl mit uns und unserem Selbstvertrauen?

Für manche mag das „normal“ sein – ich glaube, jedes Mal, wenn wir etwas nicht sagen oder nicht tun, schwächen wir unser Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen. Mit jedem Mal befeuern wir das Gefühl, dass unsere Worte nicht wert sind, ausgesprochen oder gehört zu werden. Wir vertrauen unseren Worten und Taten nicht.

Es sind nicht die anderen, die uns verbieten uns durch Worte und Taten auszudrücken: Es sind wir selbst!

Wir sind es, die uns permanent beobachten, kritisieren und über uns richten!

Bevor ich das erste Mal Karaoke mit Freunden spielte, spürte ich unglaublichen Widerstand in mir. Lass das sein. Geh nach Hause. Es ist eh schon spät. Du blamierst dich nur. Sie werden über dich lachen. Mir schossen tausend Gedanken durch den Kopf. Mein Körper produzierte eine Vielzahl unangenehmer Gefühle, die mir sagten: Tritt den Rückzug an. JETZT!

Dann sang ich. Oder so ähnlich. Außer mir selbst hat kaum jemand wirklich Notiz davon genommen. Es hat auch nicht weh getan. Ganz im Gegenteil, es war, als ob ich da eine Handbremse gelöst hatte, die schon fast eingerostet schien.

LEINEN LOS!

Finde dein eigenes Tempo, dann geht dir nie der Atem aus.

Ich versuche dran zu bleiben. Will den Windschatten nutzen, um Kraft zu sparen. Es bläst starker Gegenwind. Dem jungen Mann vor mir scheint das nichts auszumachen. Mir dagegen schon. Eine scharfe Linkskurve und es geht die Serpentinen hinauf in das andalusische Hochgebirge. Mit großem Aufwand und Krafteinsatz bleibe ich dicht hinter ihm. Fahr langsamer, Herrgott nochmal! Noch eine Schleife, dann muss ich ihn ziehen lassen.

Ich steige vom Rad. Setze mich auf einen Stein und spüre das Blut in meinen Adern pulsieren. Ich wollte Kraft sparen und bin nun völlig ausgepowert. Ich habe mich wohl übernommen. Was ist da gerade passiert? Habe ich gerade meine Grenzen kennengelernt? Bin ich wieder mal meinem Ego begegnet?

Warum muss ich mich immer so beeilen? Wieso fahre ich das Tempo eines anderen?

Was hat das Tempo der anderen mit mir zu tun? Der junge Mann hatte ein Rennrad und kein Gepäck. Ich war mit einem alten Trekkingrad und 25 KG Gepäck unterwegs. Er hat einen Tagestrip gemacht, ich eine Radreise. Warum lasse ich mich in meinem Handeln durch andere beeinflussen?

Eine zwölf tägige Radreise ist wie ein Spiegelbild des Lebens. Einige Passagen sind wunderschön, andere eher langweilig und monoton. Eben lief es wie geschmiert, jetzt hast du einen Plattfuß. Manchmal geht es bergauf, manchmal bergab. Heute hast du Gegenwind, morgen Rückenwind.

Welchen Sinn ergibt es, sich dabei zu beeilen? Ausgepowert und früher am Ziel sein? Das Leben an sich vorbeifliegen lassen? Ein Leben auf der Überholspur? Nicht mitzubekommen, wie schön es rechts und links ist? Immer auf das Ziel und eine starke Performance fokussiert zu sein? Ist das der Sinn des Lebens?

Das Leben hat dir eine Gangschaltung geschenkt, damit du sie einsetzt.

Wenn es läuft, gib Gas. Wenn es anstrengend ist, schalte einen Gang runter. Finde deine eigene Übersetzung und bleib in deinem Rhythmus.